Offensiv zu schwach

Von Chris Johannes*
In der Neuen Osnabrücker Zeitung am 3. Juli 2014
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Unsere Fußballer hatten gute Chancen gegen Belgien, aber sie kamen zu spät. Die Abwehrspieler spielten 90 Minuten mit Macht und ohne Fehler. Torhüter Tim Howard war schneller als eine Katze, und er motivierte seine Mannschaft. Seine 15 Paraden bedeuten WM-Rekord – zumindest ab 1966, als die FIFA anfing, die Paraden zu zählen.

Das Problem des US-Teams aber war offensichtlich. Es geriet in die gleiche Verlegenheit wie gegen Deutschland und Portugal – kein Angriff. Wenn man schon keine klassischen Stürmer hat, muss es nach meinen Vorstellungen so sein, dass die Spitzen zumindest präzise eingesetzt werden. Aber da sehe ich bei uns keine Spieler, die sich auf dem Elite-Level bewegen.

Dabei haben wir sie, mussten aber auf sie verzichten: Jozy Altidore und Landon Donovan. Der 24 Jahre alte Altidore hatte schon 21 Tore seit 2007 für die Nationalmannschaft gemacht, aber aufgrund der Oberschenkelverletzung gegen Ghana kamer anschließend nicht mehr zum Einsatz. Der 32 Jahre alte Donovan, Rekordtorschütze der US-Nationalmannschaft mit 57 Toren, 57 Vorlagen und 156 Einsätzen, war überraschend nicht im Kader.

Ich gebe dem Trainer keine Schuld, aber ich weiß, dass die amerikanische Presse Klinsmann weiterhin eine Schuldzuweisung für die Donovan-Entscheidung gibt. Klinsmann hat einen Vertrag als Trainer bis 2018 und hat schon angekündigt, dass er ihn erfüllen und die USA auch 2018 in Russland trainieren wolle. Klinsmanns Stärken: Er sieht das Gebilde Nationalmannschaft als Einheit, denkt an die Zukunft und hat keine Angst vor der Presse.

Vielleicht hätte Donovan den USA in Brasilien ja geholfen. Aber den Titel hätte aucher nicht garantieren können. Doch gerade ein Titel würde dem Fußball in den USA wirklich den Impuls geben zu wachsen.

* Chris Johannes (28) absolviert seit Anfang Juni bis Ende August ein Praktikum bei unserer Zeitung. An der Universität von Southern Indiana in Evansville mache er seine Abschlüsse in den Disziplinen Journalismus und Deutsch.

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